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                                                                  Der Medienberater

 

Medienberatung für Schiffsfonds

Obwohl Mr. Chattner nichts unversucht gelassen hatte, schien sein Schiffsfonds nicht in Gang zu kommen. Zu wenig Interessenten meldeten sich. Und das, obwohl Chattner in einer spektakulären Werbeaktion höchstpersönlich mit dem Fahlschirm über der Stadt absprang. Aber aus irgendeinem Grund bekamen seine Schiffsfonds nicht die Aufmerksamkeit, die sie nach all dem Aufwand eigentlich verdienten. Warum nur? Im Moment gingen Schiffsfonds so gut wie geschnitten Brot. Firmen wie HCI Schiffsfonds machten guten Absatz. Aber warum lief es bei ihm nicht? Chattner war ratlos. War seine Werbung nicht gut genug? Es war an der Zeit einen Experten von außerhalb hinzuzuziehen. Die Speichellecker, die Chattner sein Beraterstab nannte, waren wohl nicht zu konstruktiver Kritik in der Lage. Auch sie zogen es vor, ahnungslos zu sein. Das war auch das Einzige, was sie wirklich gut konnten, wenn es nach Meinung von William Chattner ging.

Chattner konsultierte einen erfahrenen Medienberater. Der Mann hieß Karl Jabroni und wurde ihm von einem Freund empfohlen. Jabroni entpuppte sich als wahrer Exzentriker. Er trug einen altertümlichen Anzug, der irgendwie erstaunlich neu aussah. Dazu zwei verschiedenfarbige Schuhe und eine obszöne Brille. Allerdings machte der Mann einen recht aufgeweckten Eindruck, auch wenn er ein wenig abgehoben wirkte. Aber das war schon in Ordnung so. Chattner brauchte einen Mann mit Mut zur Vision.

Nachdem Chattner kurz mit eigenen Worten die Sachlage und die Schiffsfonds erklärt hatte, gab er Jabroni das bisherige Werbematerial zur Sicht und wollte ihn dann erst mal in Ruhe brüten lassen. Natürlich nicht ohne ihn vorher zu fragen, was er denn trinken wolle. Jabroni bestellte einen Bachblüten Tee. Es gelang Chattner freundlich grinsend aus der Tür zu gehen, ohne sich seine Verwirrung anmerken zu lassen. Bachblüten Tee? Davon hatte selbst Chattner, der öfters selber mal gerne einen Tee trank, noch nie etwas gehört.

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Auf dem Flur lief er Burgh über den weg. Er fragte Burgh nach Bachblüten Tee und wo man ihn bekommen könne. Burgh hatte keine Ahnung. Wie immer! Chattner überlegte grimmig, wofür er Burgh eigentlich brauchte. Verzweifelt ging Chattner das Regal in der Gemeinschaftsküche durch. Kein Bachblüten Tee. Wie konnte er nur so leichtsinnig gewesen sein, einfach blindlings anzunehmen, dass man einen Tee in der Küche haben würde, den er nicht mal kannte. Er würde aussehen wie ein Spätzünder, wenn er Jabroni jetzt nach etwas anderem fragen würde. Naja, dann würde er eben einen Kamillen Tee bekommen.

Chattner gab der Angelegenheit noch eine letzte Chance und fragte den langhaarigen Praktikanten, der gerade vorbeikam, nach Bachblüten Tee. Zu seiner Erleichterung wusste der Praktikant bestens bescheid. Chattner wusste nun, dass Bachblüten auch in Rescue Tropfen waren und das er entsprechenden Tee im Head Shop um die Ecke finden würde. Chattner begab sich dorthin.

Der Laden schien irgendwie was für Ökos und militante Vegetarier zu sein. Die Bedienung wirkte ziemlich alternativ eingestellt und war offensichtlich ein wenig von diesem Mann im Armani Anzug verwirrt, der auf den Erwerb einer Packung Bachblüten Tee drängte. Zurück im Betrieb servierte Chattner feierlich zwei Tassen Bachblüten Tee. Er würde ihn in Zukunft öfters trinken.